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Nach verschiedenen Touren durch Fjord-Norwegen wollten wir im Sommer 2008 einen Schritt weitergehen bzw. -fahren: zu den Lofoten. Anfangs scheuten wir etwas die große Entfernung. Nach ein paar Wochen der Recherchen und Vorbereitungen stand es aber fest: Jetzt oder nie - wir wollten die Inselgruppe nördlich des Polarkreis einmal sehen.
Und wir wurden nicht enttäuscht. Grandiose Landschaften, farbenfrohe Ortschaften und eine Natur, die immer wieder andere Farben, Reflektionen und Eindrücke erzeugte, prägten diese Reise.
Doch zunächst noch einmal kurz zu den
Vorbereitungen dieser Tour. Bei der Wahl des Zeitpunkts hatten wir fast keine
Wahl. Vor oder nach den Sommerferien hießen die Alternativen. Wir entschieden
uns für den Juni. So konnten wir uns auf die Mitternachtssonne einstellen. An Reisedauer standen uns drei Wochen zur
Verfügung. Erste Routenplanungen ließen uns eine Fahrtstrecke von ca. 6000 km
erwarten. Wenn man bedenkt, dass andere in zwei Wochen zum Nordkap und zurück
fahren, so waren wir eigentlich ganz gut dran. An dieser Stelle der Hinweis und Dank an
Johannes Steinbrück und Klaus Ammich, die mir mit Ihren Webseiten www.lofoten-online.de bzw. www.ammkla.de wertvolle Tipps gaben.
Die Strategie unserer Reise sollte sein: schnell
hin, ca. 1 ½ Wochen Lofoten und dann gemütlich wieder nach Hause. So wählten
wir für die Anreise eine Strecke über Schweden. Obwohl die meisten Routenplaner
und Reiseführer die Strecke über Stockholm und an der Ostküste entlang als
schnellste Route anpriesen, entschieden wir uns für die Rv45 - Inlandsvägen.
Der Hauptgrund lag darin, dass wie die Strecke bis Östersund eigentlich schon
kannten und wir uns eine schnelle und entspannte Fahrerei versprachen. Für die
Rückreise hatten wir die E6 in Norwegen geplant.
Unser Hobby 600, mit 21 Jahren und 270 tkm auch nicht mehr der Jüngste, bekam vor dem Start noch einen
Ölwechsel. Da wir keine Fahrräder mitnahmen, montierte ich vorsichtshalber ein
zweites Reserverad auf dem Fahrradträger. Man weiß ja nie - und in Skandinavien
ist der Weg zur nächsten Werkstatt schon mal 80 km weit. Außerdem ergänzte ich
die „normale" Reserveausrüstung um eine Lichtmaschine und ein Vorglührelais.
Ein großer Drehmomentschlüssel mit passender Nuss wurde für eventuelle Radwechsel
eingepackt. Für den Rest hatten wir unsere ADAC Mitgliedskarte und die
entsprechenden Schutzbriefe.
Verpflegungsmäßig wanderte eine Kiste Öttinger-Malz
unter das Heckbett. Dazu kamen die üblichen Vorräte von aldi. Unser Hund musste geimpft werden und bekam
auch eine extra Kiste Hundefutter eingepackt.
Anreise mit Hindernissen
Da Ulrike vor ihrem Urlaub noch ein paar Tage
Mehrarbeit abfeiern konnte, starteten wir am Mittwoch, den 4. Juni 2008 zu
unserer Urlaubsreise. Bis Osnabrück begleitete uns der Regen. Dann wurde es zwar
trocken, dafür durften wir uns hinter Bremen durch 10 km Stau quälen -
Tagesbaustelle. So fuhren wir in unserer langen Vogelfluglinien- Tradition zum
ersten Mal bei Tageslicht von Puttgarden nach Rødby und ein paar schöne
Eindrücke von der tief stehenden Sonne entschädigten uns dafür, dass wir nicht
auf unserem Lieblingsplatz auf Farø in Dänemark übernachteten. Wir fuhren durch
und sahen (auch zum ersten Mal) den Fährhafen von Helsingør und das
gegenüberliegende Helsingborg im Dunkeln und erfreuten uns an der Beleuchtung.
Bei den vielen Lichtern konnte man gar nicht meinen, dass dazwischen Wasser
war. Es sah so nahtlos aus.
Auf schwedischen Boden fuhren wir dann noch etwas
durch die dunkle Nacht. Bei Lundby endete der erste Tag auf einem Rastplatz an
der E4. Da es schon wieder dämmerte, konnten wir sehen, dass sich neben dem
Rastplatz ein See befand. Das war am nächsten Morgen ein Geschenk für Giovanni.
Unser Wasserhund konnte sein erstes Bad nehmen.
Die anschließende Fahrt führte auf der E4 zum
Vätternsee. Dann verließen wir die Autobahn und fuhren über Landstraßen weiter.
Da das Wetter immer schöner wurde, legten wir mehrere Pausen ein und
beschlossen dafür lieber abends zu fahren, wenn es nicht mehr so warm war.
Giovanni freute es. So kam er zu ausgiebigen Spaziergängen und weiteren
Schwimmstunden.
Gegen 21.00 Uhr verließen wir den Rastplatz in
Leksand. Wir wollten noch tanken und Geld holen. Beim Tanken hatten wir erst im
dritten Anlauf Glück. Man muss dazu sagen, dass in Skandinavien viele
Zapfsäulen mit Kartenzahlung ausgerüstet sind. Man kann dann zwar rund um die
Uhr tanken, benötigt aber eine Kreditkarte. Für Schweden selbstverständlich,
aber wir haben keine und bevorzugten die EC-Karte und das Bargeld aus den
Geldautomaten. Also waren wir auf die Tankstellen mit Kasse angewiesen und die
schließen abends. Wie schon gesagt,
hatte die dritte Tankstelle noch auf und wir konnten voll tanken. Dafür mussten
wir aber anschließend das Portemanei wieder auffüllen. Nur gut das
Geldautomaten immer geöffnet haben. In Rattvik suchte ich solch einen Bankomat
auf. Doch anstatt mir wie gewünscht Geld zu geben, zog der Sauhund meine
EC-Karte ein und schloss seine Klappe - defekt! Da stand ich nun mit meinem
Talent. Bei der angegebenen Telefonnummer meldete sich niemand und die Leute,
die wir fragten, machten uns wenig Hoffnung. Auf Grund des morgigen
Nationalfeiertags und des bevorstehenden Wochenendes würden wir erst am Montag,
also erst in vier Tagen, jemanden von der Bank erreichen. Solange wollten wir
aber nicht am Siljansee bleiben. Montag wollten wir schon in Kiruna sein! Da
wir ja noch Ulrikes Karte hatten, beschlossen wir, meine Karte sperren zu
lassen und dann von Kiruna aus am Montag Kontakt mit der Bank aufzunehmen. Dann
kam die nächste Überraschung. Die vielgepriesene Sperrhotline (116116) kann nur
komplette Konten sperren, aber nicht einzelne Karten. Nach einem Telefonat mit
daheim verabredeten wir mit unserer Tochter, dass sie sich am anderen Morgen
mit unserer Sparkasse in Verbindung setzt und alles weitere regelt. Etwas
beunruhigt fuhren wir dann aber weiter, am Siljansee vorbei in die Einsamkeit
Mittelschwedens.
Und dann kam es, wie es in solchen Fällen immer
kommen muss: Auf einmal ein komisches Geräusch und dann zog das Wohnmobil
komisch an der Lenkung. Zum Glück war eine kleine Ortschaft mit einem Cafe in
der Nähe und so konnte ich das Wohnmobil dort anhalten, um festzustellen, dass
der rechte Vorderreifen Luft verlor. Da es zwar nicht richtig Dunkel, aber
schon nach 1:00 Uhr war, legten wir uns zunächst schlafen. Der Reifen konnte
auch später gewechselt werden. In Gedanken überlegte man aber immer wieder: was
kommt als nächstes?
Am Morgen unseres dritten Reisetages wechselte ich
zunächst das Vorderrad und wir suchten uns einen schönen Frühstücksplatz an
einem rauschen Fluss. Dort trafen wir schwedische Fussballfans, die mit einem
umgebauten Bus auf dem Weg von Kiruna nach Österreich zur EM waren. Sie machten
mir Mut, indem sie mir sagten, dass in Sveg (das war der nächste Ort) eine
Reifenwerkstatt sei, und diese auch heute am Nationalfeiertag geöffnet habe.
Bis Sveg waren es schlappe 85 km und tatsächlich konnte man uns dort das Rad
reparieren. Das Gummiventil war defekt und musste ersetzt werden; noch einmal
Glück gehabt!
Nach der etwas unruhigen Nacht beschlossen wir in
Östersund erst einmal den Campingplatz aufzusuchen. Den Platz kanten wir aus
2006 und somit kam etwas Heimat in uns auf. Wir standen direkt am Wasser,
Giovanni konnte schwimmen und der Grill sorgte für was Warmes im Magen. So kehrte
wieder etwas Ruhe ein und nebenbei habe ich das Originalrad auch wieder vorne
rechts montiert. Aber wenn ich ehrlich bin, hatte ich ja mit so etwas
gerechnet. Warum sonst das zweite Reserverad und der Drehmomentschlüssel?
Am Samstagmorgen verließen wir Östersund in
Richtung Lappland. Auf fast schurgerader, gut ausgebauter breiter Straße fuhren
wir gemütlich mit Tempo 90 nach Norden. Selten kam uns mal ein Fahrzeug
entgegen. Noch seltener wurden wir überholt. Trotzdem mussten wir mal wieder
tanken. In Strömsund steuerte ich eine
Tankstelle an. Anders als bei uns in Deutschland muss man in Skandinavien die
Dieselsäule suchen. Da wohl die meisten
Fahrzeuge Benziner sind, ist die Dieselsäule oft etwas versteckt. So auch hier.
Ich ließ den Kraftstoff schon munter in den Tank laufen, als der Tankwart kam
und mich mit Handbewegungen darauf aufmerksam machte, dass ich meinen
Dieseltank gerade mit Motorsägenbenzin füllte. 15 l des 2-Takt-Gemischs waren
schon im Tank.
Eigentlich hatte ich vor unserem Urlaub schon ernsthaft
daran gedacht, dem Diesel 2-Takt-Öl zur besseren Schmierung beizumischen, aber
ich hatte es auf die Zeit nach dem Urlaub verschoben. Plötzlich hatte ich den
Versuch doch gemacht, wenn auch unfreiwillig. Übrigens muss ich sagen, dass der
Diesel danach tatsächlich ruhiger lief. Ich tankte in den nächsten Tagen
allerdings alle 200 km nach, um den Benzinanteil relativ schnell
rauszubekommen. Letztendlich hat mein kleines Malör dem Ducato nicht geschadet
und Ulrike hat sich köstlich amüsiert, dass mir das passiert ist, hah hah hah....sie
lacht heute noch.{mospagebreak}
An diesem Tag machten wir wieder reichlich km durch
Lappland. Wir sahen viele Rentiere auf und neben der Straße, 2 Füchse und 3
Kraniche. Einmal mussten wir durch eine „kleine" Baustelle fahren. Sie war „nur"
40 km lang und bestand aus einer reinen Schotterpiste. Dafür wurden wir durch
einen tollen Rastplatz an einem See und strahlenden Sonnenschein entschädigt.
Als Tagesziel erreichten wir den Polarkreis und fanden dort auch einen
Stellplatz. Für 110 SKR hatten wir sogar Strom und waren ganz alleine.
Tag 5 unserer Reise begann mit einem bewölkten
Himmel. Auf jeden Fall war das beim Fahren angenehmer. Kurz hinter Jokkmokk
hielten wir an dem Akkats-Kraftwerk. Hier sind das Maschinenhaus und die
Sperrwerke mit Samen-Motiven bemalt. So kam wenigstens etwas Farbe in das
eintönige Grün-Braun der Landschaft, dass nur vom Blau des Wassers unterbrochen
wurde. Bei Porjus machten wir einen weiteren Kurzstopp. Von Weitem hatten wir
einen schönen Kirchturm gesehen, der sich aber als Maschinenhaus eines
Kraftwerks entpuppte. Dabei handelt es sich um eins der modernsten
und größten schwedischen Wasserkraftwerke. Da kann man schon mal solch einen
protzigen „Kirchturm" draufsetzen. Einen Golfplatz gab es bei dem Kraftwerk übrigens
auch.
Die Landschaft wurde nun immer karger und von
weiten sahen wir schon die schneebedeckten Gipfel des Kebnakajse und seiner
Nachbarn. Und dann sahen wir auch die Erzberge von Malmberget und später auch
von Kiruna. Plötzlich nahm der Verkehr wieder etwas zu und man merkte, dass man
sich einem Zentrum näherte.
Wir parkten unser Wohnmobil in der Innenstadt von
Kiruna. Da es Sonntag war, hatten die Geschäfte geschlossen. Nur in den
Randbezirken hatten einige Supermärkte geöffnet. Dafür sah man aber von der
Stadt aus auf das Erzbergwerk. Dort wurde auch am Sonntag gearbeitet.
Jedenfalls staubte es bei der Aufbereitung ganz kräftig und auf den Bahngleisen
herrschte reger Zugverkehr. Wir bummelten etwas durch die Stadt und zur Kirche,
der schönsten Holzkirche, die ich jemals gesehen habe. Sowohl innen, als auch
von außen eine Augenweide. Das Kirchengebäude erinnert an eine Lappenbehausung.
Der nebenstehende Kirchturm ist fast zwiebelförmig. Es gibt in Kiruna aber noch
andere Hingucker, wie den Turm des Rathauses oder diverse Plastiken, Kunstwerke
und Denkmäler. Ich hatte den Eindruck, die Erzgesellschaft möchte die Bürger
der Stadt etwas für die Unannehmlichkeiten entschädigen. Übrigens wurde die
Kirche 1912 auch von der Bergwerksgesellschaft bezahlt.
Nach dem Stadtbummel begaben wir uns auf der E10 in
Richtung Westen. Die Wolken hatten sich mittlerweile verzogen und die Fahrt nach Narvik wurde zu einem Erlebnis. Die
Sonne strahlte und überall glitzerte es, auf den Schneeresten in den Bergen,
auf dem Wasser der vielen Seen, auf dem Eis, dass zum Teil noch auf dem Wasser
schwamm, und nicht zuletzt im jungen Grün der kleine Birken und Gräser.
Mehrmals hielten wir an, um die Eindrücke aufzunehmen. Im Abisko Nationalpark
fanden wir einen Wanderweg, der vom Parkplatz auf einen kleinen Berg führte.
Von dort hatte man eine herrliche Aussicht über Lappland.
Gegen Abend erreichten wir Narvik und checkten auf
dem Campingplatz ein. Während Ulrike das Essen zubereitete, drehte ich mit
Giovanni eine Runde über den Platz. Dabei fiel mir ein hellblauer Hobby 600 aus
Finnland auf. Solch ein Fahrzeug fährt Jani, den ich aus meinem Hobby 600-
Forum kannte. Jani hatte mal erwähnt, dass er im Sommer eventuell zu den
Lofoten fahren wollte, aber der Zeitpunkt war noch nicht klar, zumal sie ein
Baby bekommen hatten. Aber so viele hellblaue Hobby 600 kann es in Finnland
nicht geben, dachte ich mir und klopfte an das Auto. „Are you Jani?" Und es war
Jani! Zufälle gibt es. Jani war mit seiner Familie auf dem Rückweg von den
Lofoten nach Finnland. Wir verabredeten uns für später bzw. am nächsten Morgen,
und dann wurden natürlich zunächst die Autos verglichen. Jani hat schon ein
paar tolle Dinge eingebaut. Vor allem das Kinderbett für Matthias, den älteren
Sohn! Wir erfuhren noch einige Dinge über Wohnmobile in Finnland und natürlich
auch über die Lofoten. Leider mussten sich unsere Wege am nächsten Vormittag
wieder trennen. Wir fuhren zunächst nach Narvik, weil ich mir den Erzhafen
einmal anschauen wollte. Danach ging es endgültig auf die Lofoten. Leider war
der Himmel bewölkt und es fing auch etwas an zu regnen. Nach der tollen Fahrt
am vergangenen Tag drückte das Wetter heute die Stimmung. Ich hatte in
Berichten gelesen, dass es auf den Lofoten schon mal einen Juni gab, in dem die
Sonne nicht einen Tag zu sehen war. Sollte das wieder so ein Jahr werden?
Mitternachtssonne auf den Lofoten
Über mehrere Brücken und durch mehrere Tunnels
erreichten wir schließlich am Nachmittag die Insel Hinøya - unser erstes Ziel. Zumindest
hatte es zu regnen aufgehört, als wir die E10 vor der Raftsundbrücke in
Richtung Digermulen verließen. Hier wollten wir am nächsten Tag eine Besteigung
des Digermulen unternehmen. Dieser 384 m hohe Berg war einer der
Lieblingsplätze des deutschen Kaiser Wilhelm II. Vorher fuhren wir aber noch
den Campingplatz in Raften an. Dabei handelt es sich um einen SB-Platz mit zwei
Briefkästen. Der eine ist geöffnet; hierin befinden sich die Schlüssel für das
Sanitärgebäude und leere Briefumschläge. Die Übernachtungsgebühr beträgt mit
Strom 130 NKR und wird in den Briefumschlag gesteckt, der dann wiederum in den
zweiten, verschlossenen Briefkasten kommt.
Wir waren auch die einzigen Gäste und hatten somit
einen ganzen Campingplatz für uns alleine. Das der auch noch am Wasser mit
Blick auf die vorbeifahrenden Schiffe lag, war umso schöner. Jetzt schien auch
die Sonne und es blieb die ganze Nacht hell.
Am nächsten Tag machten wir uns auf dem „Kaiserweg"
zum Digermulen- Gipfel. Eine leichte Wanderung, immer mit grandiosen Blicken,
zunächst auf das gegenüberliegende Festland und weiter oben auf den Raftsund
und die Gebirgskette des Trolltindan. Der Gipfel war komplett kahl, sodass man
fast eine 360° Rundumsicht hatte. Leider war es aber auch sehr windig und der
Wind kam von den schneebedeckten Bergen und war somit kalt. Der Sonnenschein
und die Aussicht entschädigten dafür. Außerdem hatten wir ja Jacken mit Kapuze.
Zur Kaffeezeit suchten wir uns ein schönes
Plätzchen bei Tønnstrand und warteten auf das Schiff der Hurtigruten. Es kommt
jeden Tag gegen 16:00 Uhr auf der Südfahrt durch den Sund. Bei guten
Verhältnissen fährt die Hurtigruten auch in den Tønnstrand gegenüberliegenden
Trollfjord, den wohl berühmtesten norwegischen Fjord. Heute sahen wir aber nur,
wie die Passagiere der „Kong Harald" in ein kleineres Schiff umstiegen. Während
die „Kong Harald" mit einem lauten Tuten nach Svolvær weiterfuhr, bog das
kleine Schiff in den Trollfjord ab. Die Passagiere sind dann in Svolvær wieder
zugestiegen.
Bei nun herrlichem Sonnenschein fuhren wir dann
auch weiter. Bei einem Fotostop an der Raftsundbrücke mussten noch einmal
Bilder eingesackt werden. Unser nächstes Ziel war der kleine Fischerort Laukvik
an der Nordseite der Insel Vågan. Hier wollten wir uns die Mitternachtssonne
anschauen. Bei Fiskebol verließen wir die E10 und fuhren über eine kleine, nur
teilweise asphaltierte Straße an der Küste entlang. Durch relativ flaches,
landwirtschaftlich genutztes Land mit vereinzelten Gehöften hatten wir tolle
Blicke auf das Meer und die gegenüberliegenden Insel Vesterålen. Der Campingplatz
von Laukvik liegt leider nicht direkt am Meer. So erfolgte gegen Mitternacht die
reinste Völkerwanderung zum Hafen. Dort traf man sich auf der Mole, um die
nicht untergehende Sonne zu betrachten. In ihrem Licht sahen die Häuser und
Berge im Süden ganz fantastisch aus. Die Bilder können dieses Gefühl der Einmaligkeit
gar nicht so wiedergeben. Während Ulrike schon lange schlief, legte ich mich
dann irgendwann auch ins verdunkelte Auto. Ich konnte aber nicht einschlafen,
weil ich immer noch diese Bilder im Kopf hatte - dafür haben wir die lange
Anreise auf uns genommen!
Am nächsten Tag fuhren wir wieder auf die E10. Kurz
nachdem die Nebenstraße von Laukvik auf die E10 in Richtung Svolvær mündet,
liegt ein Rastplatz. Vor dort hat man einen tollen Blick auf die Kirche von
Sildpollen. Sie liegt auf einer kleinen Halbinsel mitten im Fjord, umrahmt von
Bergketten. In einem Reiseführer habe ich gelesen, dies sei die
meistfotografierte Kirche Norwegens. Etwas übertrieben, aber ich habe auch ganz
schön oft draufgehalten.
Svolvær ist der Hauptort der Lofoten. Hier legen
Fähren und Hurtigrute an und hier treffen sich die Wohnmobile zum Einkaufen.
Die City besteht aus mehreren kleinen Geschäften, der Rest spielt sich am Hafen
ab. Leider wurde dort sehr viel gebaut, sodass es nicht ganz so prickelnd war.
Wenigstens ein Grund, in ein paar Jahren noch einmal vorbei zuschauen.{mospagebreak}
Also weiter nach Kabelvåg, aber nicht ohne vorher
an der Lofoten- Kathedrale zu stoppen. Diese um 1898 gebaute Kirche ist mit
1200 Sitzplätzen die größte Holzkirche Nordnorwegens. Da sie von innen verschlossen
war, mussten wir uns mit den äußeren Eindrücken zufrieden geben.
In Kabelvåg schlenderten wir durch den Hafen. Hier
war es schon um einiges beschaulicher als in
Svolvær. Einige Häuser kamen einem schon bekannt vor. Die hatte ich
bestimmt schon irgendwo im Internet auf Bildern gesehen.
Dieser Eindruck sollte sich noch verstärken, als
wir anschließend nach Henningsvær fuhren. Dieser ausgesprochen schöne
Fischerort auf Schäreninseln im Meer unterhalb der Bergwand des Vågakallen
zählt mit Sicherheit zu den meistfotografierten Motiven der Lofoten. Interessant
war die Zufahrt zum Ort. Über zwei einspurige Brücken gelangt man zu den
Inseln. Die Brücken sind aber so hoch, dass auch Fischkutter drunterher passen.
Kommt einem aber ein Auto entgegen, muss man vorher gucken und ganz oben in der
Mitte der Brücke warten, dort ist eine Ausweichstelle.
Wir schlenderten bei herrlichem Sonnenschein durch
den Ort, nicht ohne immer einen Blick auf die Nachbarinsel Vestvågøy zu werfen.
Dort hingen dunkle Wolken in den Bergen und dort wollten wir am Abend noch hin.
Bei Eggum soll man gut die Mitternachtssonne sehen können.
Um es kurz zu machen: Wir kamen in Eggum an, aber
der Himmel war mit Wolken verhangen. Dafür gibt es dort an der alten
Radarstation aber einen tollen Stellplatz und weil wir ja Urlaub hatten, holten
wir erst einmal den Grill raus und beschlossen, den nächsten Tag als Ruhetag in
Eggum zu verbringen.
Es gibt einen Wanderweg von Eggum zum Leuchtturm
nach Umstad, und das war das Programm für den nächsten Tag. Zu Giovannis
Leidwesen wurde der schmale Streifen zwischen Meer und Bergen als Weideland für
Schafe genutzt. So musste er den ganzen Weg an der Leine bleiben. Unterwegs
steht noch eine interessante Plastik des Schweizer Künstlers Markus Raetz. Sie
heißt Head (Kopf) und zeigt auch einen, aber nur aus einer Perspektive. Geht
man einen Schritt zur Seite, so steht der Kopf auf dem Kopf. Es gibt insgesamt
18 verschiedene Ansichten dieser Figur. Wir haben aber nicht alle erkennen
können. Den Leuchtturm haben wir auch nicht erreicht. Der Weg wurde nach 1 ½
Stunden so eng und steil, dass ich Bedenken hatte, mit Giovanni da wieder
zurück zu müssen. Wir drehten um, hatten aber trotzdem eine schöne Wanderung
erlebt.
Die Wolken rissen immer mehr auf und wir schlossen
schon Wetten ab, ob es denn eine Mitternachtssonne geben würde. Auf jeden Fall
gab es noch einen Spaziergang in den kleinen Ort Eggum und viele Bilder von den
bunten Häusern und den Bergen und dem Meer und den Wolken und...
Die Mitternachtssonne sahen wir übrigens auch, wenn
auch etwas Wolkenverhangen. Auch das hatte seinen Reiz.
Dafür hatten wir am nächsten Morgen auf der Fahrt
nach Leknes wieder strahlenden Sonnenschein. Unterwegs musste ich wieder
mehrmals anhalten um die Landschaft im Bild fest zuhalten. Sehr Alpenähnlich.
Einem Einkaufsstopp in Leknes folgte die Fahrt nach Nusfjord.
Dieser Ort liegt bereits auf der Insel Flakstad und
ist von der UNESCO als Weltkulturerbe deklariert. Der kleine Fischerort Nusfjord
hatte den Vorteil eines optimal
windgeschützten Hafens, in dem wegen seiner Größe aber nur wenige Boote
Platz fanden. Heute sind es nur die Touristen, die das Bild in dem Ort
beherrschen. Die Rorbuers sind zu einer Hotelanlage umgebaut und das Zimmermädchen
fährt mit dem Bollerwagen von Hütte zu Hütte und bezieht die Betten. Das Ganze
passiert auf Stegen, die eigentlich im Wasser stehen, so wie auch die Hütten
„irgendwie" an den Felsen geklatscht sind. Der größte Teil steht auf Stelzen im
Wasser.
Wir fuhren die kleine Straße von Nusfjord zur E10
zurück und hielten an der Kirche von Flakstad. Aber nur kurz, denn von dort
sahen wir einen Rastplatz an einem wunderschönen Sandstand. Das war was für
Giovanni. So folgte erst mal ein langer Spaziergang mit Wellenbeißen. Während
bei uns nur der Hund ins Wasser ging, sahen wir eine Gruppe junger Norweger,
die im ca. 10° „warmen" Wasser badeten; da kam Freude auf.
Gegen Abend steuerten wir den Campingplatz in
Ramberg an. Um Mitternacht wieder das gleiche Spiel: Kamera und Stativ
einpacken und Motive suchen. Im Hafen und am Strand wurde ich fündig und habe
wieder einige tolle Bilder auf den Chip gespeichert.
Am nächsten Morgen machten wir zunächst einen
Abstecher nach Fredvang. Dieser Ort liegt auf der Nordspitze der Insel Moskenesøya
und ist von Flakstadøya aus über zwei Brücken zu erreichen. Nach den Brücken
fuhren wir nach rechts zum Ortsteil Yttrestrand. Am Ende der Straße ist ein
kleiner Parkplatz und da beginnt der Wanderweg nach Mulstøa, einem verlassenen
Fischerdorf. Die leichte Wanderung führt immer auf dem Landstreifen am Meer
entlang und ermöglicht tolle Blicke auf das Meer und die Bergketten der Insel
Flakstadøya. Das Wetter spielte auch mit, nur Giovanni hatte mal wieder
Leinenzwang: Schafe. Das alte Fischerdorf lag in einer kleinen Bucht. Eine
Tafel erinnerte an die hier früher lebenden sechs Bewohner. Heute steht ein
Ferienhaus auf den Grundmauern.
Im Anschluss an die Wanderung lief ich mit Giovanni
noch eine halbe Stunde am tollen Sandstrand längs. Doch der Hund hatte seine
Nase nur um Boden und suchte Schafe.Über die beiden Brücken fuhren wir zurück auf die
Insel Flakstadøya, nur um ein Stückchen weiter über die Kråkeren-Brücke wieder auf
die Insel Moskenesøya zu fahren.
Bei Akkarvikodden hielten wir an einem Rastplatz an
der E10. Von hier hat man einen tollen Blick über das Meer und die Küste. Wir
beschlossen hier zu Übernachten. Vorher fuhren wir aber noch etwas an der Küste
entlang. Hier liegen die kleinen Fischerdörfer sehr dicht hintereinander.
Hamnøya, Sakristøya und Reine. Alle liegen sie auf Inseln und sind heute durch
Brücken und Deiche miteinander verbunden. Früher war das Boot das einzige
Verkehrsmittel und entsprechend hat jeder Ort einen eigenen Hafen und jeder ist
malerischer als der andere. Dazu kommt, dass wir diesen Weg auch am nächsten
Tag wieder fuhren und da waren andere Sonnen- und Windverhältnisse und wieder
gab es andere Bilder zu speichern. Persönlich gefiel mir Hamnøya am Besten. Die
Insel, die Häuser, der Hafen und die Trockenfischgestelle hatten es mir
angetan. In Reine fand ich die schönste Rorbuer-Anlage. Hier war alles stilecht
aufgebaut. Die Boote unter den Hütten, die Netze auf der Veranda und die
abgeschnittenen Fischköpfe an den Dachbalken. Aber auch sonst kann man in Reine
toll schlendern und die Eindrücke wirken lassen. Nur zum Leuchtturm kam ich
nicht - der liegt auf einer Insel. Dafür erreichten wir dann das südliche Ende
der E10. Auf einem Parkplatz in Å (das ist der Ort mit dem kürzesten Namen der
Welt) war für die Autos Schluss. Von hier kommt man nur zu Fuß oder mit dem
Boot weiter. Hier trifft man auch viele Wohnmobile, die man vor ein paar Tagen
schon mal da oder dort gesehen hat Es gibt ja nicht viel Alternativen und alle
Touristen gelangen irgendwann mal nach Å, den Anfangs- oder Endpunkt ihrer
Lofotenreise. Wie alle Touristen auch wanderten wir zu dem Aussichtspunkt und
machten wieder die Bilder, die man schon so oft im Internet oder in
Reiseführern gesehen hat. Der Blick auf die Inseln Værøy und Rost, nur diesmal
mit Giovanni und Ulrike, aber dafür wieder mit tollem Wetter. Jeder bekommt
halt das, was er verdient.{mospagebreak}
Der Ort selber ist (zumindest jetzt im Sommer)
geprägt von Tourismus. Beeindruckend das große Restaurant, in dem die
Busladungen versorgt werden. Es steht komplett auf Stelzen im Wasser.
Interessant auch das Heimat- und das Stockfischmuseum.
Da der Campingplatz von Å auf uns einen
schlechteren Eindruck als manche
Rastplätze machte, fuhren wir zurück nach Moskenes. Von hier aus sollte uns am
übernächsten Tag die Fähre zurück aufs Festland bringen. Direkt am Fähranleger
befindet sich die Zufahrt zu einem neuen Campingplatz, der zwar 180 NKR kostet,
aber nicht nur auf Grund seiner Lage sein Geld wert war. Wieder Blick direkt
auf das Meer und den Ablauf am Fährhafen konnten wir auch schon mal studieren.
An unserem letzten Tag auf den Lofoten fuhren wir
noch einmal nach Å. Wir unternahmen eine Wanderung am Ågvatnet entlang, ließen
den Hund schwimmen und genossen den Sonnenschein. Am Nachmittag fuhren wir noch
einmal nach Reine, um dann am Abend wieder unseren Rastplatz an der E10
anzusteuern.
Etwas wehmütig stellten wir uns am Dienstag gegen 10 Uhr am Fähranleger von
Moskenes in die Reihe der wartenden Fahrzeuge. Die 14 Uhr-Fähre brachte uns
zurück auf das Festland nach Bodø. Der Himmel war zwar etwas bewölkt, aber es
blieb trocken. So wie es während unseres gesamten Aufenthalts auf den Lofoten
nicht geregnet hatte.
Die Küstenstraße Rv17 zum Ausklang
Die 3 ½ Stunden Überfahrt waren ruhig. Im Gegensatz
zu den kleinen Häfen der Lofoten ist Bodø ein Welthafen. Hier herrscht reger
Schiffsverkehr und auch die Gebäude am Hafen und in der Stadt sind von einem
anderen Kaliber - eine Industriestadt
halt.
Da wir ja langsam zurückfahren wollten, hatten wir
uns zunächst für den Weg auf der Küstenstrasse Rv17 entschieden. So fuhren wir,
wie die meisten der Fährenbenutzer, zunächst nach Saltstraumen. Dies ist der
größte Mahlstrom der Welt. Gemäß der Gezeiten Ebbe / Flut drängen 4-mal täglich
gut 375 Millionen Kubikmeter Wasser durch die enge Meeresstraße mit einer Geschwindigkeit
von knapp 30 km/h und bilden gewaltige Wasserstudel - eine Art riesiger Whirlpool.
Auf einem Parkplatz bei der Hängebrücke von Skalsvik verbrachten wir die Nacht.
Am nächsten Morgen folgten wir der Küstenstraße
weiter in Richtung Süden. Bei Storvik
fanden wir einen tollen Rastplatz direkt an einem Sandstrand. Das war
mal wieder was für Giovanni, und so folgte ein längerer Spaziergang mit
Wellenbeißen. Ein ganzer Strand für uns alleine, so Richtig zum Toben.
Die Straße folgt der Küstenlinie entlang des
Glomfjord zur gleichnamigen Ortschaft. Diese liegt leider etwas höher am Berg,
sodass wir sie glatt Unterfuhren. Vielleicht waren wir auch zu sehr von den
Kraftwerksgebäuden abgelenkt. Auf jeden Fall waren wir auf einmal in einem
Tunnel, fuhren in ihm ständig bergauf und als wir ihn verließen befanden wir
uns an einem kleinen See mitten in den Bergen. Vor uns lag der
Svartisgletscher, der zweitgrößte Gletscher Norwegens. Im Moment bekamen wir
davon allerdings nicht viel mit. Unsere Straße sollte uns nämlich auf einer
Länge von 7600 m unter den Berg herführen. Dabei kam mal wieder eine
norwegische Besonderheit zu tragen. Im Tunnel befand sich eine Baustelle, sodass
der Tunnel nur mit Führungsfahrzeug zu befahren war. So durften wir zunächst am
Tunneleingang warten, bis das „SafetyCar" eine Kolonne aus dem Tunnel geführt
hatte, drehte und sich dann vor unser Fahrzeug stellte. Mit eingeschalteten
Blinklichtern fuhr es dann vor uns her und bestimmte das Tempo bzw. zeigte uns
die zu wählende Fahrspur, wie in der Formel 1. Diese Art der
Baustellendurchquerung trafen wir in Nordnorwegen mehrmals an. Wäre bei unserem
Verkehrsaufkommen undenkbar, hier aber ein profanes Mittel der
Baustellenabsicherung.
Am anderen Ende des Tunnels fuhren wir am
Nordfjorden entlang, bis dieser in den Hollandsfjorden überging. Bei dem
kleinen Ort Holand befindet sich ein Parkplatz (mit Infocenter). Vor hier aus
kann man mit einem Boot auf die andere Seite des Fjords übersetzen und zu der
Engenbreen Gletscherzunge wandern. Die Gletschermassen ziehen sich in einem Tal
bis fast in den Fjord. Da eine Wanderung in dem Reiseführer mit „kläglichen"
Eisresten beschrieben wurde, genossen wir lieber den Blick aus der Ferne.
Es folgten eine kurze Fahrt mit der Fähre von Føroy
nach Ågskardet, eine Umrundung des
Tjongsfjorden und dann wieder das Warten auf die Fähre von Jetvik nach
Kilborghamn.
Auf der Fährfahrt überquerten wir dann wieder den
Polarkreis in südliche Richtung. Eine Markierung auf einem Felsen am Ufer und
ein Modell im Schiff machten auf dieses „Ereignis" aufmerksam. Das war schon
wieder ein kleiner Meilenstein auf unserer Reise.
Bei Kystfort trafen wir an einem Aussichtspunkt auf
einen Parkplatz, der sich für eine Übernachtung anbot. Der Himmel war
zeitweise bewölkt, aber gerade dieses
Zusammenspiel der Wolken mit den Strahlen der Sonne machte eine tolle Stimmung.
So konnten wir wieder vom Auto aus herrliche Blicke auf Meer, Inseln und
Schiffe genießen - zum letzten Mal auf dieser Reise.
Am nächsten Tag umrundeten wir zunächst den Sjona,
wobei wir auf der südlichen Seite über ein Fjell mussten und damit auch tolle
Blicke von oben bekamen. In Nesna mussten wir dann wieder auf die nächste Fähre
warten. Bei strahlend blauem Himmel nutzten wir die Wartezeit für einen
ausgiebigen Hafenbummel mit Fotoshooting.Auf der Überfahrt nach Lavong konnten wir einen
Seeadler beobachten, der mit mehreren Möwen „spielte".
Kurz darauf verließen wir die Rv17, um nach Mosjøen
zufahren. Die Fahrt dorthin bescherte uns bei herzlichstem Wetter noch einmal
traumhafte Blicke über den Vefsnfjorden. Sehenswert ist auch die Altstadt von
Mosjøen. Hier stehen rund 100 gut erhaltene Holzhäuser aus dem 19. Jahrhundert,
incl. einer sehenswerten alten Tankstelle.
Langsam der Heimat entgegen
Unser Rückweg sollte uns über die E6 bis Hamar
führen. Wenn man bisher allerdings Straßen mit relativ wenig Verkehr und
stressfreies Fahren gewohnt ist, so ist die E6 ein Horror. Die Straße ist für
den starken Verkehr relativ schmal, in einem schlechten Zustand und durch das
ständige Auf- und Ab insgesamt schlecht zu fahren. Weitgehend gibt es auch
Geschwindigkeitsbeschränkungen auf 70 km/h und natürlich entsprechende Überwachungskameras, die allerdings vorher durch Schilder angekündigt werden.
Landschaftlich kann man über die Straße nicht meckern. Es gibt reichlich Wasserfälle
und Kraftwerke, die zu Pausen einladen. Allerdings nervte mich die Fahrerei
dermaßen, dass ich beschloss, das Gudbrandsdalen links bzw. rechts liegen zu
lassen und den Weg über das Østerdalen
zu fahren.{mospagebreak}
Vorher machten wir allerdings noch einen Stopp in
Trondheim. Diese Großstadt hat schon ein besonderes Flair. Am Abend besuchten
wir noch einmal den alten Hafen, der zu einem Wohnpark umgebaut war, und die
angrenzenden alten Wohnviertel. Am nächsten Tag führte uns unser Weg in die Innenstadt
und zu den Sehenswürdigkeiten am Nidelva.
Der Weg über die Rv3 war doch deutlich entspannter
zu fahren. Breite Straßen und kaum Verkehr. Dazu einige tolle Rastplätze, die
sich zur Übernachtung anbieten. Landschaftlich vergleichbar mit den deutschen
Mittelgebirgen - viel Wald und Berge. Ein Zwischenstopp im Forstmuseum von
Elversum ist auf jeden Fall zu empfehlen. Bei Morokulien übernachten wir am
Infocenter der norwegisch-schwedischen Grenze.
Bedingt durch die Änderung der Reiseroute hatten
wir beschlossen, noch zwei Tage nach Glaskogen zu fahren. Das ist ein
Naturreservat südlich von Arvika in Schweden. Dort gibt es einen kleinen
Campingplatz, den wir schon seit Jahren nach Möglichkeit anfahren, um vor der
Rückfahrt noch einmal zu relaxen. Der Platz liegt so einsam, dass es dort immer
noch kein Mobilfunknetz gibt - und das in Schweden.
Wir konnten uns Platz 28 aussuchen. Einer unser
Lieblingsplätze mit direktem Wasserzugang - das war was für unseren Hund! So
ließen wir es noch einmal zwei Tage ruhig angehen, um uns dann auf die
Heimfahrt zu machen.
In Trollhättan war ein Zwischenstopp geplant. Nach
vielen Jahren wollten wir uns noch einmal die Schleusenanlage des Götakanals
anschauen. Es ist immer wieder sehenswert, wie die Boote in mehreren Schritten
den Höhenunterschied überwinden. Außerdem hatten wir das Glück, dass unser
Besuch an einem Mittwochabend stattfand. Dann trifft sich nämlich im Sommer
immer der Oldtimer-Club zu einem Treffen an den Schleusen. So konnten wir neben
den, bei Schweden sehr beliebten amerikanischen Straßenkreuzern, auch viele
VW-Käfer, eine 2CV6- Ente und andere tolle Autos betrachten. Ich sage immer,
ich weiß, was die Schweden in den langen Wintern machen: Autos pflegen, um im
Sommer damit die Schau zu machen. Ich fand es toll.
Die weitere Rückfahrt war wie immer: über die E6
nach Helsingborg und dann über die Vogelfluglinie nach Fehmarn. Auf der
Überfahrt von Rødby nach
Puttgarden konnte ich noch einmal einige schöne Stimmungsbilder fotografieren.
In diesem Jahr kamen wir abends in Puttgarden an
und hatten beschlossen auf dem Wohnmobilstellplatz zu übernachten. So konnte
ich bei meinen Hunderunden noch einen Sonnenuntergang und eine Strandstimmung
speichern. Die A1 führte uns am nächsten Tag mit einigen Staus nach Hause. Gegen
Abend erreichten wir nach 23 Tagen und über 6000 km wieder gesund die heimische
Garage. Trotz der anfänglichen Pannen hatten wir einen tollen Urlaub erlebt.
Die vielen Bilder (ich habe letztlich rund 1500 Fotos gespeichert) werden uns
noch lange an diesen tollen Urlaub im Land der Mitternachtssonne erinnern.
Für weitere Bilder klicken Sie bitte hier!
Eine Zusammenfassung der Tour-Daten können Sie hier downloaden! 552.67 Kb
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Kommentare
Manfred
fahre seit 40 Jahren nach Nordskandinavie n. Dein wirklich schöner Bericht, hat bei mir Erinnerungen wachgerufen, da ich
fast die gleiche Tour gefahren bin.
Ich wünsche Euch weiterhin viele tolle Reisen mit dem Wohnmobil.
Viele Grüße aus Hemer
ein wirklich sehr schöner Bericht und eine tolle Homepage. Unzählige Erinnerungen kamen hoch, denn auch wir waren auf den Lofoten.
Viele tolle Reisen noch und alles Gute
Gruß Klaus
tausend Dank für deine tollen Downloads und die sehr schönen Reiseberichte. Wir haben gestern einen alten Eriba Triton BJ 1985 gekauft, restaurieren ihn etwas und möchten nächstes Jahr auch nach Norwegen zu den Lofoten. Mit 2 Kindern, 2 Erwachsenen und einem Hund! Wir freuen uns schon jetzt darauf, denn wir haben das Norwegen-Fieber!
Liebe Grüße und wir freuen uns schon jetzt auf deine zukünftigen Reiseberichte.
Gruß aus Augsburg sendet Euch Anett
danke für den schönen Bericht und den dazu gehörenden Bildern,so nachdem auch ich diesen Virus bekommen haben werden wohl bei uns auch im nächsten Jahr die Lofoten dran sein.Didi versuchte mich ja schon immer in den Norden zu bekommen! Tolle Page hast Du Dir da gebaut.
Gruß Didi und Moni
Liebe Grüße
eine schöne Tour seid ihr da gefahfren. Danke für den schönen Bericht und die tollen Bilder. Die Lofoten stehen auch ganz oben auf meiner Wunschliste.
Schöne Grüße aus Baden-Baden