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Unser Heckbett konnte bisher, wie bei den meisten Betten auch, auf einer Seite hochgehoben werden. Das war ziemlich schwer und das Bett blieb trotz Gasdruckfedern nicht immer in der höchsten Position stehen. Die Dinge auf der Hinterseite unter dem Bett waren schwer zu erreichen. Als wir dann auch noch feststellten, dass das Bett beim Hochheben wahrscheinlich die Innenverkleidung der Heckwand losgezogen hat, war es Zeit etwas Neues zu machen…aber was? Das Bett sollte nicht mehr geklappt, sondern vertikal hochgehoben werden. Das wäre schon Ideal, aber wie sollten wir es umsetzen?
Das alte Bett hatte zwei Gasdruckfedern, die wir möglichst
weiterbenutzen wollten. Zusammengedrückt sind sie 39,5 bzw. 35,5 cm,
ausgezogen 60,0 bzw. 63,0 cm. Sie hatten also einen Federweg von 24,5
bzw. 23,5 cm. Mit einer alten Waage haben wir anschließend die Federn
gedrückt, um zu sehen wie viel Kraft man benötigt, um die Federn
einzudrücken. Bei etwas über 50 kg war jede Feder völlig eingedrückt
und bei 30 kg waren die völlig ausgezogen. Die Matratze mit Lattenrost
wiegt ungefähr 50 kg, also mit zwei Feder können wir 2 x 25 cm weg = 50
cm hoch gehen, das reicht. Normal ist die Unterseite von Bett 33 cm
hoch, dann wird es 83 cm hoch sein.
Der erste Gedanke war eine einzelne Scherenbühne zu benutzen. Aber ganz
oben würde diese zu schmal und der Hub war mit unseren Gasdruckfedern
nicht zu machen. Deshalb war eine Doppelscherenbühne die Lösung. Mit
AutoCAD haben wir die Winkel und Länge zeichnerisch ermittelt, aber mit
ein bisschen versuchen, zeichnen und messen wird es sicher auch gehen!
Und damit kommen wir nun zur Praxis. Das Holz: 8 Balken werden mit der
Oberfräse bearbeitet. Wir haben zuerst eine Schablone gemacht, weil wir
8x das gleiche fräsen müssen. Die Winkel haben wir vorher mit AutoCAD
ermittelt. Nach dem Fräsen müssen wir noch ein bisschen aussägen, weil
die Kreuze sonst die höchste Position nicht erreichen können.
Der Drehpunkt von jedem Kreuz besteht aus einer Achse aus Kupferrohr (12mm) mit einer Schraube (M10).
Um die Befestigungspunkte der Gasdruckfedern zu ermitteln, haben wir
Klebeband an die Balken von einer Scherenbühne geklebt und die Abstände
pro Balken auf diesem Klebeband notiert: 2, 4, 6, 8, … 110 cm auf jedem
Balken (also 4x). Dann haben wir die Scherenbühne auf die tiefste
Position eingestellt und notiert wie die beiden Gasdruckfeder montiert
werden könnten (z.B. B6cm + C65cm, B8cm + C67cm und viele, viele
Anderen). Danach auf die höchste Position und wieder messen, bis die
Montagestellen ermittelt waren.
Die Gasdruckfedern sind neben der Scherenbühne montiert. Das ist
eigentlich nicht ideal, da die Kraft an die Seite angreift.
Normalerweise wäre es besser gewesen, wenn die Gasdruckfedern mittig in
der Schere montiert wären. Aber dann hätten wir 8 Kreuze gebraucht (=
16 x fräsen). Das war uns dann doch zuviel.
Die Scharniere zum Verbinden der zwei Kreuze haben wir auch selber
gemacht, da im Baumarkt nichts Passendes zu finden war. Deshalb haben
wir immer 4 Flacheisen an die Balken geschraubt und über eine
Gewindestange verbunden. Dieses Scharnier trägt jetzt auch die
seitliche Kraft.
Im Wohnmobil haben wir das alte Bett komplett heraus genommen. Jede
Scherenbühne ist an einer Seite (vorne) fest am Boden verschraubt. Die
andere Seite (hinten) läuft oben und unten auf Rädern. Nach der Montage
der Scherenbühnen werden diese zunächst mit einem Spanngurt gesichert.
Der alte Lattenboden wird nun wieder zusammen geschraubt, und an den 2
Scherenbühnen vorne befestigt. Hinten läuft gemacht das Lattenrost
ebenfalls auf Räder.
Dann kommt das schwierige: die Matratze muss drauf und die Spanngurte
müssen gelöst werden… eine Person muss auf dem Lattenboden bleiben,
während die andere die Matratze auf den Lattenboden bringt. Dann können
die Spanngurte gelöst werden. Die Person kann vom Lattenboden und die
Matratze kann flach gelegt werden.
Bei der ersten Testfahrt kam das Bett an einer Seite hoch. Also musste
eine Arretierung eingebaut werden, damit die Katzen, die während der
Fahrt auf dem Bett eingesperrt sind, nicht durch das Wohnmobil
fliegen. Das haben wir mit einem Holzklotz und einer Latte (10cm),
die über den Lattenboden gedreht werden, erledigt.
Und nach die Arbeit kommt natürlich: Gute Nacht, Hans und Jackie
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Kommentare
Viele Grüße Dirk
da werdet ihr wohl regen Besuch beim nächsten Treffen bekommen. Das ist eine klasse Idee. Muß ich mir auch ansehen.
Gruß Wolfgang
wie schon im Forum geschrieben: Interessante Lösung. Ich bin schon auf die Besichtigung gespannt. Vielen Dank für die Beschreibung.
...und Gute Nacht!