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Auf der Suche nach Informationen über die Entstehung des
Hobby 600 brachten mich Eva und Bernd (Neumarkterin) jetzt einen guten Schritt
weiter. Sie sendeten mir einen Artikel aus der Kundenzeitschrift „FIAT fahren
Heft 1/1985", den ich hier auszugsweise zusammenfassen möchte. In der
Zeitschrift wird über die Vorstellung des Hobby 600 auf dem Caravan-Salon Essen
1984 berichtet. Nach zwei Jahren Entwicklungszeit wurde der Hobby 600 dort
vorgestellt und war sofort der Star der Messe.
Harald Striewski, Chef des Hobby Wohnwagenwerks, setzte mit
diesem Fahrzeug neue Akzente in der Reisemobilbranche, weg vom wohn- und
schlafraumstrotzenden Nasenbär hin zum eleganten, fast luxuriösen Reisemobil.
In getrennten Räumen, denn das Heck lässt sich mittels Vorhang separieren ohne
den Zugang zur Toilette zu beeinträchtigen, bietet das Fahrzeug drei - oder
wenn sie sich gut verstehen, vier - Erwachsenen Schlaf- und Wohnmöglichkeiten.
Das ganze in einem neuen Design, sowohl innen als auch außen. So neu, dass
extra dreieckige Fenster und ein komplettes Formteil für die Nasszelle gestylt
wurden.
„Fiat fahren" berichtet weiter, dass der Hobby 600, von dem
mindestens drei Einheiten pro Tag produziert werden sollten, in zwei
Grundrissvarianten erhältlich war. Der Testwagen bestach durch saubere
Verarbeitung und handwerklich gute Möbelqualität.
Der Dusch- und Waschraum wird als ausreichend groß
dimensioniert beschrieben. Lediglich die Tür des GFK-Schränkchens unter dem
Waschbecken macht einen instabilen Eindruck und die ungeschützten Autobirnen
als Beleuchtung werden bemängelt. Dafür wird die Küche mit der als
Sonderausstattung erhältlichen Dunstabzugshaube, den Cramer-Dreiflammenkocher,
Spritzschutz, Ablage und Drahtausziehkorb gelobt.
Bei dem mit Velours ausgeschlagene Innenraum wird, wegen der
sich schnell blank werdenden Ecken, auf die Möglichkeit der Sonderausstattung
mit Skai verwiesen. Das von Cramer (leider?) nur für den Hobby 600 gebaute
Controlboard über dem Fahrerhaus wird in dem Beitrag mit „faszinierend"
beschrieben.
Auf dem Fiat Ducato Langchassis hat das Hobby Wohnwagenwerk
zwei Seitenwände im Sandwichbau (Außen Alu, 35 mm Styropor-Isolierung,
Sperrholz und Velours innen), ein 4lagiges GFK-Dach und ein ebenfalls 4lagiges
GFK-Formteil im Heck montiert. Die Innenhöhe beträgt auf 1,86 m, um bei einer
Außenhöhe von 2,46 m deutlich unter der 2,50 m Marke für Garagen und Brücken zu
bleiben.
Das Testfahrzeug war mit einem Benzinmotor ausgerüstet und
verbrauchte bei einem geringen Eigengewicht von 2080 kg und der
strömungsgünstigen Außenform nur ca. 12 l Benzin auf 100 km. Die
Höchstgeschwindigkeit wurde mit 120 Km/h angegeben.
Die ersten Fahrzeuge waren nur mit einer Dachluke
ausgerüstet. Dies war offensichtlich im Schiffsbau so üblich, wurde hier aber
wegen der fehlenden Lüftungsmöglichkeit bemängelt und auch später geändert.
Ebenso wir die Lüftung des Kühlschranks. Das Testfahrzeug hatte auch nur den
oberen Lüftungsschlitz in der Außenwand. Der untere wurde später nachgerüstet.
Als Fazit wurde dem Reisemobilneuling Harald Striewski von
der Zeitschrift ein „beachtlich guter Wurf" bescheinigt. Er hat es geschafft, im immer enger werdenden
Reisemobilmarkt eine neue Klasse zu etablieren und dort gleich neue Maßstäbe zu
setzen. Der Preis von damals 42980 DM wird für das Gebotene als Traumpreis
bezeichnet. Leider bleib er nicht so...
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