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Vor vier Monaten dachten wir über ein gemeinsames Herbsttreffen nach. Kemberg hatte so einen Spaß gemacht, so sollte doch wenigstens noch ein Jahres-Ausklang stattfinden. Da kamen Rosi und Norbert aus Bochum auf die tolle Idee, dass wir uns in Bad Orb im Spessart treffen sollen. Sie schwärmten direkt von dieser schönen Stadt mit dem historischen Stadtkern. Und da uns auch eine historisch gewandete Stadtführerin zur Verfügung stehen könnte, die uns alles zeigt, waren wir sogleich mit dieser tollen Idee einverstanden.
Am Freitag, dem 02.10.2009 sollte das zweite Treffen der Freunde des Hobby 600 in Bad Orb stattfinden. Schon Tage vorher bangten wir um das Wetter. Mannis Wetter-Link ließ uns Böses schwanen. Es war zwar windig, aber trocken. Das war die Hauptsache.
So passierte ich gegen Nachmittag das Ortseingangsschild von Bad Orb. Beim Tanken im Ort fiel mir mein überdreckiges Wohnmobil auf. Nee, so kannste dich nicht blicken lassen, sagte ich zu mir. Der Tankwart schickte mich ins Einkaufsgebiet, wo eine Waschanlage für größere Autos war. Schnell in einem Affenzahn das Auto mit dem warmen Schaumwasser eingeweicht. Zuerst die mückengesättigte Motorhaube, die Scheibe vorne und mit Hochhopsen die Stirn über der Frontscheibe. Am Ende nochmal darüber, weil Blut und Eiweiß der Verblichenen ziemlich hartnäckig waren. Mit sauberem Hundehandtuch über die gesamte Epidermis meines schönen Kultfahrzeuges – so sah es wieder frisch aus.
Ich kam auf den Platz, da standen dort schon zehn Wagen! Ich fand ein treffliches Plätzchen unter schattigen Ästen, neben einem Bach. Erst mal alle begrüßt, umarmt, Küsschen usw.
Bis man sich so eingerichtet hatte: Markise raus, Bändchen mit tibetanischen Gebetsfähnchen als gedachte Terrasse von der Aufstiegsleiter zum linken und rechten Markisenbein, Kunststoffteppich ausgelegt, Möbel ausgepackt usw.
Als ich mit dem Hund vom Gassigang zurück war, war meine Seite schon vollgeparkt. Oh, zwei Lange Schenkel schon voller Womos, wo sollen denn die anderen noch hin? In der Mitte des Platzes wurden nochmal zwei Reihen formiert, sah das toll aus!
Zwischendurch kamen einige Passanten aus dem Ort des Weges, um zu sehen, was da vor sich geht. „Ja“, sagte ich zu zwei Frauen, „jetzt kommen die Zigeuner in Ihre ruhige Stadt!. Wir werden hier über’s Wochenende unser Unwesen treiben“. Dabei hatte ich meine goldene Kaffeetasse von der Bayrischen Schlösserverwaltung in der Hand. Im CD-Player auf dem Tisch spielte Mozart. Die Spaziergänger waren alle freundlich und fanden das Treffen toll. Und weil ich alle anquatschte, kamen viele ein paar Stunden später wieder mal vorbei und stellten ihre Fragen.
Dann trug ich rote Dessous aus der Verführungsabteilung hinaus. Die bekam ich mal geschenkt und hatte sie noch nie getragen Der BH war mir viel zu klein, aber vielleicht fand sich unter den anwesenden Frauen ein trefflich Brüstchen, das die Schalen ausfüllen konnte. Schwester Ilona fiel schon mal sowieso aus. Bei Susanne war er am Rücken zu eng. Und so weiter. Als ich den BH über der Bluse an meine Brust hielt, um zu demonstrieren, wie knapp das Teil ist, machte Wilfried einen Schnappschuß! Da kam Freude auf!
Es wurde Pizza bestellt. „Ja wie?“, fragte ich Wilfried, „ich denke, wir machen eine lange Tafel und sitzen gemeinsam zu Tisch!?“. „Ja, wie soll das gehen, bei 80 Personen?“, meinte Wilfried. Das leuchtete mir natürlich ein. Da ich mir vorher schon in meinem quadratwürfeligen Backöfchen Fisch mit überbackenen Sahne-Champignos gemacht und für zwei Personen aufgefuttert hatte, war ich nicht mehr hungrig.
Dann kam ein VW-Bus mit Wohnwagengespann. War das eine Freude! Volkmar und Melanie (blaeschen54) aus Kemberg kamen nach langer Fahrt auf den Platz gefahren. Nachdem alle durchgeherzt und –gedrückt waren, namen die Beiden vor Kopf des alten Festplatzes ihre Position ein, bauten eine Dreibein-Feuerstelle mit Gulaschtopf auf und holten Partyzelt und Biertischgarnituren aus dem Bus. Auch Anne und Paul hatten einen Hänger mit und holten Biertische und alles Mögliche raus, um es aufzustellen. So langsam nahm unsere „Location“ Formen an. Ich kramte dann noch aus meinem Aussteuerfach alte Leinenlaken und Tischtücher (alle auf Knick gemangelt) und belegte die Tische damit. Ich mein’, wir sind ja nicht bei den Hottentotten, wir Hobbyaner feiern mit Stil! Windlichter auf die weißen Laken und die abendliche Stimmung war perfekt.
Und dann kam da noch ein mir bekanntes Ehepaar, das ich seit zwölf Jahren nicht mehr gesehen hatte. Waltraud und Heribert aus Salzburg. War das eine Wiedersehensfreude! Daß Heribert (hobby600at) schon seit vorigem Jahr im Forum ist, ist mir so gar nicht aufgefallen, weil er nur mit seinem Nicknamen schrieb. Heribert hatte damals den Deckrüden Ossi, der der Vater meines Rottweilers Ferro (+) war. So schwelgten wir von damaligen Zeiten, und erzählten davon, daß ich mir oft zu Hundeausstellungen ein Wohnmobil gemietet hatte, um erst mal zu sehen, ob das überhaupt mein Ding ist. Ich habe die Entscheidung nie bereut.
So langsam ging es auf halb acht zu. Ich rief alle zum Sektempfang. Die Mozart-CD fand außer bei meinen belgischen Nachbarn keine Zustimmung. Da legte ich FlowerPower aus den Siebzigern auf. Das war eine tolle Stehparty! Zwischendurch kam immer wieder das Mädchen mit dem Pizzawagen vorgefahren, der Bestellzettel wurde mit der Taschenlampe erleuchtet und sie verteilte die Pizzen wie der Nikolaus Spekulatius.
Wir standen da im Kerzenschein mit unseren Sektgläsern auf dem Platz (was mögen wohl die umliegenden Leute in den Häusern gedacht haben), plauderten mit Neuen und mit denen, die wir schon von Kemberg kannten. So z.B. Jutta und Bruno (bdehn). Ich fragte Jutta, ob ihr Bruno denn endlich den Boiler hat reparieren lassen, wo unten immer das Wasser rauslief, sobald die Pumpe eingeschaltet wurde. „Nee“, sagte sie „und die Heizung geht auch immer noch nicht!“ „Waas?“ sagte ich scherzhaft zu Bruno, „also ich hätte schon längst mit Dir Schluß gemacht!“. Einer von den Hobbyanern hat dann am nächsten Tag die Heizung repariert. Gibt nix Schlimmeres als Frieren!
Zwei Ehepaare aus Holland mit ihren Hobby’s hatten über der Sitzdinette einen Flachbildschirm angebracht, in die sie eine DVD mit Kaminfeuer und Barmusik gesteckt hatten. Ja, das war der Hit! Immer wieder mußte ich mal eben reingehen und gucken. Man sah das schöne Kaminfeuer natürlich auch durch die Windschutzscheibe. Und dann die schöne Beleuchtung in den Mobilen!
Die leckere Gulaschsuppe, die Volkmar und Melanie gemacht hatte, wurde gerne angenommen. Als der größte Teil schlafen ging, war der riesige Topf leer. Und mit Lob für die gute Küche wurde natürlich nicht gespart.
So verging der erste Tag unseres Treffens in Bad Orb. Wer einen Hund hatte, ging noch eine Runde mit ihm. Die letzten verließen ggn. 4.00 Uhr morgens das Partyzelt. Auch das Herrchen vom Deckrüden Ossi war bei den Letzten, nicht wahr Heribert!!?? Du Hockenbleiber!
Ich hätte das Bild der vielen Hobby 600 gerne mal aus einem der umliegenden Fenster gesehen, wie sie so ordentlich dastanden, viele mit ihren eingeschalteten, kleinen Außenleuchten, die eine oder andere Kerze brannte noch draußen auf dem Tisch. Richtig romantisch.
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» 5 Kommentare
5"Bad Orb , Fantastisch" am Freitag, 16. Oktober 2009 14:28
Gisela bedankt voor je prachtige verhaal, We zullen het weekend niet snel vergeten .We kijken nu al uit naar het volgend jaar!!!! Vriendelijke groeten van Bart en Tineke
4"Typisch Gisela" am Mittwoch, 14. Oktober 2009 10:06
Typisch ist natürlich erst mal der tolle, ausführliche und sehr ansprechend persönliche Bericht. Klasse gemacht, danke von einem "Zurückgebliebenen". Genauso typisch aber: Gisela kommt zu spät zur Stadtführung (s. Kemberg). Wird das jetzt zur Tradition? Sei umarmt. Eddie & Ruth
3Kommentar am Dienstag, 13. Oktober 2009 22:29
Hallo Gisela, Gratulation für Deinen tollen und so ausführlichen Bericht. Es machte richtig Spass ihn zu lesen. Eine kleine Richtigstellung - es ist nicht weiter wichtig - zu meinem "Holzkasten mit hübschen Gemälde" . Das "Gemälde" ist nur eine Fotocolage. Viele Grüße ins BGL Manfred
2Kommentar am Dienstag, 13. Oktober 2009 11:47
Hallo Gisela. im Bad Orb Bericht vermisse ich in der Einführung das Norbert zu dem Treffen eingeladen hat. Und im Schlusswort fehlt noch ein Dankeswort an Norbert. Stößchen auf deinen Bericht! Gruß Manni und Ilona
1Kommentar am Dienstag, 13. Oktober 2009 07:55
Schöne Geschichte von das Wochenende, da bei zu sein war Super Jackie und Hans
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